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02.04.2014 19:42

TU Wien

Technische Universität Wien: Gebäude-Energieeffizienz - Highlights österreichischer Technologie


Der CdH-Event im März 2014 wurde von der Energy Economics Group der Technischen Universität Wien (TU) organisiert, wo Gastgeber Dipl. Ing. Raphael Bointner die Handelsräte im Boecklsaal wollkommen hieß, den ein beeindruckender Fries des österreichischen Malers ziert.

Der Nachmittag begann mit einer Reihe von Vorträgen aus dem Bereich der Gebäude-Energieeffizienz und Einblicken in das AIDA-Projekt (Affirmative Integrated Energy Design Action), gefolgt von Ausflügen zu state-of-the-art Beispielen zu diesem Thema: dem neuen "Chemiehaus" der TU und dem Raiffeisentower gegenüber dem Schwedenplatz.

In ihrer Präsentation "Highlights of the Austrian Research and Innovation Programme Building of Tomorrow" zeigte Claudia Dankl (Austrian Society for Environment and Technology) einige ausgewählte Beispiele von Niedrigstenergiegebäuden ("nearly zero-energy buildings", nZEB), die nicht nur die bestmögliche Technologie zum Einatz bringen, sondern vor allem auch auf die zukünftigen Bewohner der Häuser der Rücksicht nehmen. Ziel ist es, das in Österreich zahlreich vorhandene Know-how über Passiv-Technologie zu vereinen und in die Serienproduktion einfließen zu lassen und den Markteintritt von Niedrigstenergiegebäuden  zu beschleunigen.

Das Bewusstsein über nZEB in Gemeinden, Stadtbehörden und bei GebäudeplanerInnen zu schärfen, spielt dabei eine entscheidende Rolle. AIDA bietet maßgeschneiderte Aktivitäten für jede dieser Zielgruppen, im Wesentlichen Exkursionen, Erfolgsgeschichten, Präsentationen bestehender (Software-)Tools, aktive Unterstützung der Gemeinde- und Stadtverwaltungen und enge Kooperation mit den EntscheidungsträgerInnen. Das Hauptziel von AIDA ist die breite Einführung von nZEB, flankiert von der Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen, allesamt wichtige Themen zur Erreichung der EU 2020 Ziele. Die neue Energieeffizienz-Richtlinie der EU forciert "nearly zero emission buildings" und schreibt eine Reduktion um 20% des Primärenergiebedarfs vor. Dies kann nur neben Optimierungen in der Gebäudehülle durch die Implementierung eines "smarten" Systems erreicht werden, das  effiziente und somit energiesparende Prozesse ermöglicht.

In ihrer Präsentation "Integrated Design; New Building Concepts Need New Ways of Collaboration", zeigte Margot Grim (e7 Energie Markt Analyse GmbH) wie die Stakeholder in einem typischen Gebäudebau-Prozess in der Zusammenarbeit neue Wege beschreiten können, von Anfang an.

Anschließend besuchten die Handelsräte das TU Wien-Areal am Getreidemarkt, wo derzeit  Österreichs höchstes Plus-Energie-Bürogebäude mit der größten fassadenintegrierten Fotovoltaikanlage Österreichs entsteht. Erste Messungen in den Bereichen Kernlüftung und EDV wurden bereits durchgeführt. Simulationsergebnisse und Hochrechnungen fließen laufend in das Projekt ein. Der Energieverbrauch von Strom und Fernwärme wurde für das bestehende Gebäude gemessen und konnte mit dem geplanten Energieverbrauch des Bürobereichs des neuen Plus-Energie-Gebäudes verglichen werden: Eine Einsparung von 90 Prozent ist möglich.

Der abschließende Besuch galt dem Raiffeisen Tower am Donaukanal, geführt von  Rene Toth von engineers Vasko + Partner, die das Energie-Konzept dafür entwickelt haben. Schon der optimierte Baukörper ist klimaschonend: Die Fassade ist doppelschalig ausgeführt, und der Sonnenschutz außen angebracht. Mit diesem Bau wurden wir im Hinblick auf Ressourcenschonung neue Maßstäbe für Bürogebäude setzen. Dabei wurden die vorhandenen Energiequellen in bester Weise kombiniert und genutzt. Den Elementen Sonne (Photovoltaik), Wasser (aus dem Donaukanal zur Kühlung), Erde (geothermische Heizung) und Luft (Klimafassade, Lüftung) wird dabei gebührend Rechnung getragen.

Damit gelingt es, die Energiekosten, die für ein herkömmliches Bürohaus anfallen, auf die Hälfte zu reduzieren. In den Untergeschoßen wurde eine eigene Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage installiert, die mit erneuerbaren Energiequellen gespeist und den Großteil der notwendigen Energie zum Heizen und zum Kühlen liefert, wie auch Strom für den Betrieb des Hauses und für die Lüftung. Das Gebäude wird mit Wasser aus dem Donaukanal gekühlt und mit Geothermie beheizt, außerdem befinden sich auf dem Dach 420 Quadratmeter an Photovoltaik-Paneelen. Ein Großteil der benötigten Energie kann damit hausintern produziert werden.


 


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